Verein für Brunsbütteler Geschichte e.V.
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18. 09 2018 Mit dem Fahrrad zum Kohlanschnitt Brunsbüttel ist ja nicht nur eine Stadt für die Schifffahrt,  Industrie, Gewerbe und Tourismus, sondern hat in den  Randgemeinden auch eine große, aktive Landwirtschaft. Rund  80 Millionen Kohlköpfe, verteilt auf 8000 Hektar  Landwirtschaftsfläche, werden in Dithmarschen geerntet, ein  großer Teil davon auf den Brunsbütteler Höfen.  Jedes Jahr finden im Herbst in Dithmarschen die Kohltage statt.  Der Start der Dithmarscher Kohltage erfolgte in diesem Jahr am  18. September mit dem Kohlanschnitt auf dem Bauernhof der  Familie Vollmert in Westerbelmhusen. Eine Gruppe des Vereins  für Brunsbütteler Geschichte wollte sich diese traditionelle  Veranstaltung nicht entgehen lassen und startete bei schönstem  Wetter mit dem Fahrrad zum Vollmert-Hof. Hier traf die Gruppe  gleichzeitig mit dem neuen Landrat Stefan Mohrdieck und der  Kreispräsidentin Ute Borwieck-Dethlefs auf dem Hof ein.  Dadurch kam es zu einem ungeplanten, aber sehr interessanten  Gespräch mit Kreispräsidentin und dem Landrat. Heinrich  Voß  und Johannes Wöllfert erläuterten der Kreispräsidentin die  Aktivitäten unseres Vereins und übergaben Ihr zwei Broschüren  der “Kleinen Brunsbütteler Spuren“. So konnten wir der  Kreispräsidentin einige Neuigkeiten über Brunsbüttel und  unseren Verein berichten. Nach dieser überraschenden  Begegnung ging es weiter zum Kohlanschnitt.  Neben der Kreispräsidentin, dem Landrat und vielen örtlichen  Honoratioren war auch der neue schleswig-holsteinische  Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht zu diesem Event  erschienen. Am Rande des riesigen Kohlfeldes wurde dann von  der Kreispräsidentin der offizielle Kohlanschnitt mit viel  Geschick ausgeführt. Beim Landwirtschaftsminister sah der  Anschnitt nicht so elegant aus. Er hatte noch nicht die richtige  Übung, sondern hatte sich den Kohlanschnitt bisher nur auf  You-Tube angesehen. Auch hier gilt der Spruch: “ Übung macht  den Meister.“  Im Anschluss gingen die Feierlichkeiten auf dem Hofplatz und in  den Betriebsgebäuden weiter. Dies lief im Rahmen eines „Tages  des offenen Bauernhofes“ mit vielen Aktivitäten für die gesamte  Familie, mit buntem Markttreiben, Spezialitäten der Landfrauen  und leckeren Kohlgerichten. Unsere Gruppe war von diesem  Erntefest mit der langen Tradition begeistert und radelte am  späten Nachmittag mit vielen freudigen Erlebnissen vergnügt  nach Hause.  05.10.2018: Besuch im Wilsteraner „Michel“ Jahresexkursion des Vereins für Brunsbütteler Geschichte. Für seine Jahresexkursion hatte der Verein für Brunsbütteler Geschichte Wilster als Ziel ausgesucht. 14 Mitglieder und  Angehörige folgten der Einladung des Vorstands.  Um 09:30Uhr ging es in Fahrgemeinschaften nach Wilster. Erster Programmpunkt dort war eine Besichtigung der St.  Bartholomäus- Kirche unter Leitung von Hans Peter Micheel, der sich selbst als Chronist der Wilstermarsch bezeichnet.  Von ihm erfuhr die Gruppe viele interessante Details über die schöne Kirche. Mit einer Lage von 5,00m über dem  Meeresspiegel bildet sie den höchsten Punkt der Stadt, von der einige Teile sogar unter dem Meeresspiegel liegen. Die  Kirche wurde von 1775 bis 1780 nach Plänen des Hamburger Architekten Ernst Georg Sonnin erbaut, der auch am Bau  des Hamburger Michels beteiligt war. Deshalb hat das Innere der als helle Saalkirche konzipierten Wilsteraner Kirche  auch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Michel. In der Kirche befinden sich drei Orgeln, von denen die größte eine  Bachorgel mit 3.000 Orgelpfeifen ist. Zur Innenausstattung gehören auch zwei Logen, von denen eine die Königsloge war  – für den dänischen König als Landesherrn des Herzogtums Holstein. Allerdings hat dieser nie die Kirche besucht und  folglich auch nicht die Loge benutzt.  Nach seinen sehr informativen Erläuterungen führte Micheel die Gruppe in das alte Rathaus. Dort im großen Raum im  Erdgeschoß, der früher quasi als Markthalle diente, informierte er über die Geschichte der Stadt und des Gebäudes.  Anschließend durfte die Gruppe die im ersten Stock untergebrachte Doos‘sche Bibliothek besichtigen, in der viele  wertvolle alte Bücher aufbewahrt werden.  Nach dem Mittagessen fuhr die Gruppe zur Rumflether Mühle und fuhr von dort mit dem „Aukieker“ auf der Wilsterau bis  nach Kasenort. Dort stiegen die Brunsbütteler kurz aus und schauten vom Deich auf die Stör. Außerdem konnten wir  auch in das Außenhaupt der trockengelegten Sielschleuse blicken.  Zum Abschluss des Ausflugs kehrte die Gruppe zum Kaffeetrinken in der Rumflether Mühle ein. Die Witwe des letzten  Müllers erzählte einiges über die Geschichte dieses Galerie- Holländers namens „Aurora“. Sie wurde 1872 erbaut und  war bis 1991 in Betrieb, wobei allerdings in den letzten knapp 40 Jahren nicht mehr mit Windkraft gemahlen wurde,  sondern mit Motorkraft. Bevor es wieder nach Brunsbüttel zurück ging, war Gelegenheit, die Mühle zu besichtigen und  sich von einem Nachbarn die technik des Mahlens erklären zu lassen.  Damit ging eine interessante Exkursion zu Ende, die die beiden Vorsitzenden des Vereins für Brunsbütteler Geschichte,  Heinrich Voß und Thomas Schaack, geplant und organisiert hatten.  Bild links: Höhenmarke an der Wilsteraner Kirche, rechts oben: Herr Micheel berichtet, Bild rechts unten: in der Kirche.  Bild oben:  Kircheninneres, Königsloge.        Bild oben: Das alte Rathaus von Wilster.  Bilder oben: Fahrt auf der Wilsterau.  Bilder oben: Die Mühle “Aurora”, gemeinsame Kaffeetafel,  Frau Martens erzählt die Geschichte der Mühle.  Historisches Gespräch am 11.06.2018 Auf Beschluss der schleswig- holsteinischen landesregierung vom September 2016 wurde zum 100. Jahrestag der  sogenannten Novemberrevolution 1918 eine mobile Ausstellung initiiert, die an verschiedenen Ausstellungsorten, zu  denen auch Brunsbüttel gehört und in  zwei großen Überseecontainern gezeigt wird.  Am 11.Juni fand das Treffen unseres Vereins mit 15  Personen bei den zwei Containern auf dem „Von  Humboldt-Platz“ statt,in denen die von einem Berliner  Büro für Ausstellungs- und Museumsplanung konzipierte  Ausstel-lung zu sehen ist.  An diesem Abend hielt unser Vereinsmitglied Andreas  Jacob einen Vortrag, in dem er auf die Ausstellung selbst  nur kurz einging, weil die Anwesenden sich anschließend  selbst einen Eindruck davon verschaffen konnten.  Matrosen erhoben sich Ende Oktober 1918 gegen den  unsinnigen Befehl der Seekriegsleitung, zu einer  Entscheidungsschlacht gegen die britische Marine  auszulaufen. Andreas stellte klar, dass der Befehl dazu  von den Kommandeuren der Marine eigenmächtig erteilt  wurde. Dies hätte nur auf ausdrücklichen Beschluss des  Kaisers und der Reichsregierung erfolgen dürfen. Mit  dem Befehl zum Auslaufen gegen die englische Flotte  wurden die Bemühungen der deutschen Regierung um  einen Waffenstillstand mit den Westmächten sabotiert.  Ausstellungscontainer auf dem “Von- Humboldt- Platz” Weiter wurde erläutert, dass sich diese Revolution bis in das Jahr 1919 hinein erstreckte. Im Verlauf der Kieler Ereignisse  wurden zwar viele Beteiligte verhaftet, aber nur verhältnismäßig wenig Menschen erschossen.  Brunsbüttel war damals ebenfalls ein wichtiger Marinestandort und so lagen die Schleusen voller Schiffe der  Kriegsmarine, auf denen rote Fahnen gehisst waren.   Blick in einen Containern mit Fotos, Texten und Höreinrichtungen.       Andreas Jacob im Gespräch mit unserem Vereinsvorsitzenden. Auch in unserem Ort bildete sich wie überall in Deutschland ein Soldaten- und Arbeiterrat. Um die Brunsbütteler  Bevölkerung während der Revolte zu schützen, lautete einer der ersten Befehle, dass Plünderungen und weitere  Unannehmlichkeiten im Ort sofortige standrechtliche Erschießungen nach sich ziehen würden.  In der Folge der Revolution von 1918/ 1919 ist die erste  Demokratie auf deutschem Boden entstanden, welche zum  Kernbestand der modernen deutschen Freiheitsgeschichte  gehört.  Andreas Jacob erläuterte, dass gerade in der heutigen Zeit  daran erinnert werden muss, dass alle Bürger eine  Mitverantwortung für den Schutz unserer Demokratie tragen.  In der anschließenden Diskussion wurde bedauert, dass als  Ausstellungsort wegen des Flohmarktes der Von Humboldt-  Platz vor dem Elbeforum zugewiesen wurde. Die Bedeutung  Ausstellung mit der Darstellung der historischen Ereignisse  und seinen Folgen wurde nach Meinung der Anwesenden in  Brunsbüttel nicht angemessen gewürdigt. Die Ausstellung  wurde nur von sehr wenigen Personen besucht. Gerade auf  dem Flohmarkt hätten sehr viel mehr Menschen weit über  Brunsbüttel hinaus erreicht werden können.  Anwesende Vereinsmitglieder. Was bedeutet uns die Reformation heute? Von Johannes Wöllfert. Am 4. Oktober 2017 fand eine ökumenische Vesper mit anschließendem Vortrag in der Jakobuskirche statt.  Nach der Vesper, in der Pfarrer Joachim Kirchhoff über Franz von Assisi predigte, sprach der Vorsitzende des Vereins für  Brunsbütteler Geschichte Johannes Wöllfert über die historischen Aspekte der Reformation von 1500 -1559. Im Jahre  1533 hatte die Reformation in der Form des evangelisch-lutherischen Bekenntnisses in der Bauernrepublik nach einem  Beschluß der Landesversammlung Einzug gehalten.  In dieser Landesversammlung waren alle 20 damaligen Kirchspiele und die Regenten vertreten. Pastor Lempelius, der  Hausherr der Jakobus Kirche, berichtete über seinen persönlichen Weg zu Luther und seiner Kirche, indem er aufzeigte,  wie er zu seinem geistlichen Amt gefunden hat. Er betonte, dass die Reformation kein einmaliges Ereignis sei, sondern  die Gemeinde sich ständig der Reform stellen muss.  Pfarrer Joachim Kirchhoff aus Itzehoe, zuständig auch für die römisch-katholische Kirchengemeinde „Marie Meeresstern“  in Brunsbüttel betonte, dass Martin Luther in seiner Zeit unter den Mißständen in der Kirche gelitten habe. Leider habe er  die katholische Reform nicht mehr erlebt, denn das  Konzil von Trient, sei erst nach Luthers Tod 1546  zusammengetreten.  In einem anschließenden Dialog stellten beide  Geistlichen fest, dass die Kämpfe zwischen beiden  Konfessionen nun 500 Jahre nach Luthers  Thesenanschlag weitgehend überwunden seien.  Johannes Wöllfert wies darauf hin, dass in den letzten  Jahren der Anteil der Christen an der Bevölkerung  Brunsbüttels auf insgesamt 55 % gesunken sei. Beide  Gemeinden würden den Buß und Bettag und  Aschermittwoch und besonders aber Pfingstmontag  im  Meldorfer Dom gemeinsam Zeugnis für ihren Glauben  ablegen. Das Gespräch zwischen den Konfessionen  soll fortgesetzt sein.  V. l. n. r.: Johannes Wölffert, Pfarrer Kirchhoff, Pastor  Lempelius. Brunsbütteler Hobby-Historiker auf Exkursion nach Glückstadt Am Samstag, dem 26.8.2017 machten sich 16 Mitglieder und Freunde des Vereins für Brunsbütteler Geschichte nach  Glückstadt auf, um sich dort durch das Detlefsen Museum führen zu lassen und anschließend die Druckerei  Augustin zu  besichtigen. Diese Exkursion wurde von der Leiterin des Brunsbütteler Heimatmuseums, Frau Eikermann-Moseberg  M.A., organisiert, die selbst in Glückstadt wohnt.   Im Zentrum der Führung durch das Museum im Brockdorff-Palais stand die dortige Sonderausstellung zur Geschichte der  Juden in Glückstadt von 1619 bis 1915. Die Gästeführerin Frau Renate Grütter gab zu Beginn ihrer sehr engagiert  vorgetragenen Ausführungen einen kurzen Überblick  über die Geschichte des Museums und die Gründung der Stadt  Glückstadt.  Anhand verschiedener Exponate schilderte Frau Grütter dann die Geschichte der Juden in Glückstadt von der Ansiedlung  ab 1619 bis zum Wegzug nach Hamburg des letzten Mitglieds der jüdischen Gemeinde Anfang 1915. Mit besonderem  Stolz wies Frau Grütter auf den Leuchter aus der ehemaligen Synagoge hin, der der Ausstellung als Leihgabe aus  London zur Verfügung gestellt wurde. Die Synagoge selbst war 1895 abgerissen worden, da sie baufällig war und da nur  noch 6 Juden in Glückstadt lebten. Das Inventar der Synagoge war nach dem 2. Weltkrieg von einem englischen Offizier  nach London gebracht worden.  Nach dem Gang durch diese  Sonderausstellung war noch  genug Zeit, um einige andere  Räume des Museums zu  besichtigen, in denen die  Gruppe viele Informationen zu  verschiedenen Aspekten der  Geschichte Glückstadts erhielt.  Erläuterungen gab es zum  Modell des Zuchthauses für  Männer und zur Tätigkeit des  Scharfrichters dort, zur  Geschichte Glückstadts als  Festungsstadt anhand eines  entsprechenden Modells, zum Walfang und der Grönlandfahrt Glückstädter Fischer im 19. Jahrhundert sowie zum  Heringsfang im 19. und 20. Jahrhundert.  Nach Verlassen des Museums begab sich die Gruppe zum Marktplatz, wo im historischen Restaurant „Der kleine  Heinrich“ zu Mittag gegessen wurde. Danach führte Frau Eikermann-Moseberg M.A. die Gruppe zum jüdischen Friedhof,  auf dem noch viele Grabplatten zu sehen sind.   Vom Friedhof ging es zur Druckerei Augustin. Diese wurde 1632 gegründet und befindet sich seitdem am gleichen  Standort in der Straße „Am Fleth“. Der Rundgang begann im Archiv, in dem alle Bücher gesammelt werden, an deren  Herstellung die Firma Augustin beteiligt war, sei es durch Druck oder Binden der Bücher oder durch Lieferung des Satzes  für den Druck. In der Setzerei wurde die Technik des Handsatzes erklärt. Anschließend wurde eine Monotype-Maschine  gezeigt, mit deren Tastatur ein schnellerer Satz möglich ist. Zum Schluss ging es in die Gießerei, wo die mit der  Monotype-Maschine geschriebenen Texte in Blei gegossen wurden.   Damit war der offizielle Teil der Exkursion beendet. Während ein Teil der Gruppe zurück nach Brunsbüttel fuhr, nahmen  einige andere Teilnehmer das Angebot von Frau Eikermann-Moseberg M.A. an, sie durch die Stadt zum Hafen zu führen,  wo in einem Restaurant unmittelbar an der Elbe Gelegenheit bestand, sich mit Kaffee und Kuchen zu  stärken.  (Andreas Jacob) Vortrag zum Bau des Nord-Ostsee-Kanals am 11.05.2017 Mehr als 50 Interessierte, auch aus Itzehoe und der Wilstermarsch, fanden sich im Hotel Zur Traube zu einem Vortrag  von Uwe Steinhoff über den Bau des Nord-Ostsee-Kanals ein.  Der vielbeschäftigte Referent folgte einer Einladung des Brunsbütteler Vereins für Geschichte. von der Grundsteinlegung  1887 bis zur Einweihung 1895 ein. Uwe Steinhoff aus Kronshagen bei Kiel präsentierte über 90 Minuten Bilder und Fotos,  Karten und Zeichnungen, auch aus der Vorgeschichte des  Kanalbaus. Die Anwesenden erhielten ebenso Einblick  über damalige technische Möglichkeiten wie z.B.  Bauweisen, Bauabläufe und Baumaschinen. Der Vortrag  enthielt auch Informationen über den Schleswig-  Holsteinischen Kanal, auch Eiderkanal genannt, der als  Vorgänger des Nord- Ostsee- Kanals von 1784 bis 1884,  also über 100 Jahre lang betrieben wurde.  In lockerer und fundierter Vortragsweise verstand er es,  die Teilnehmer so zu fesseln, dass der Wunsch geäußert  wurde, die Vortragsreihe fortzusetzen, was aber wegen  der Auslastung des Referenten erst 2018 der Fall sein  kann. Vereinsvorsitzender Johannes Wöllfert dankte Rolf  Pahrmann und Thomas Schaack, die den Kontakt  hergestellt und einen freien Termin bei Uwe Steinhoff  ergattert hatten.  Links: Vereinsvorsitzender Johannes Wöllfert (im Hintergrund links) freut sich Uwe Steinhoff als Referenten begrüßen zu können.
                              

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